Ein heißer Tag – der 20. Juli 2010, da freut Frau und Mann sich auf den Feierabend, eine erfrischende Weinschorle, ein schattiges Plätzchen und ein anregendes Gespräch mit guten Freunden.
Das alles, heiße Rhythmen und den Lokalmatador Klaus Ernst bot der Kreisverband MainRhön seinen Genossinnen und Genossen, den Sympathisanten und vielen interessierten Gästen an dem lauschigen Abend des 20. Juli 2010.
Mehr als 150 Menschen waren nach Niederlauer gekommen, die meisten von nah, einige aber auch von fern, wie unsere Freunde aus dem Thüringischen, aus Coburg und Forchheim. Die Thüringer brachten den Spezial- Gast Jens Petermann, direktgewählter Bundestagsabgeordneter aus Meiningen, mit, der engagiert von seiner Tätigkeit als Sozialrichter und deren Auswirkungen auf sein Bundestagsmandat sprach.

Stefan Bannert – der Kreisvorsitzende des einladenden Kreisverbandes – prangerte in seiner Rede die Praktiken von regionalen Arbeitgebern an, wie z. B. Siemens und das Steigenberger Hotel in Bad Kissingen. Enttäuschend das Ergebnis des grandiosen Arbeitskampfes der Siemensianer, enttäuschend auch das schnelle Einlenken der bayerischen Staatsregierung beim Pachtvertrag des Hotels. Für die Arbeitsnehmer bleiben in beiden Fällen Versprechungen und Sozialpläne.
Eva Mendl, die Landessprecherin der bayerischen Linken, ist davon überzeugt, dass dieser Arbeitsplatzabbau in der Region nicht so leicht vonstatten gegangen wäre, gäbe es eine wirkliche Opposition im bayerischen Landtag. Um 2013 ins Maximilianeum zu kommen, muss die Linke in Bayern stärker werden. Der Einzug von 6 bayerischen Abgeordneten 2009 in den Bundestag setzt ein deutliches Zeichen, dass es auch in Bayern möglich ist, eine linke politische Alternative in das Landesparlament zu bekommen.
Klaus Ernst setzte mit seiner gewohnt kämpferischen Rede friedens- und sozialpolitische Akzente ohne die regionalen Probleme, denen er sich eng verbunden fühlt, außer Acht zu lassen. Er weiß, wovon er redet, wenn er die Solidarität der regionalen Unternehmen mit dem Kampf der Simensianer lobt, und es fällt ihm sichtlich schwer, nun nicht mehr als IG- Metallbevollmächtigter vor uns zu stehen. Das tut allerdings der Kraft, die hinter seinen Worten steht, keinen Abbruch, das spüren die Sommergäste besonders, als die Technik ausfällt.
Die Stimmung steigt, das liegt nicht zuletzt an den munteren jungen Frauen der Band BKA (Bluna Kittchen Aid), die erfrischend und gekonnt ihre Musik in die Sommernacht schicken. Auch nach ihrem stimmungsvollen Rausschmeißer „Katjuscha“, den sie sogar in russischer Sprache sangen, bleiben die Gäste mit Klaus, Jens, Stefan und Eva noch zusammen, reden miteinander und sind sich einig: Nächstes Jahr im Sommer treffen wir uns wieder hier in Niederlauer!
Eva Mendl
27.07.2010