Im Beisein von ehemaligen Zwangsarbeiterinnen, Zwangsarbeitern, deren Kindern und Enkelkindern und Klaus Ernst wurde am 25. September 2011 auf dem Gelände des ehemaligen Zwangsarbeiterlagers Mittlere Weiden ein Gedenkort an die Stadt Schweinfurt übergeben, der an das Schicksal der zehntausend Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter erinnert, die ab 1942 hierher verschleppt wurden. Der Gedenkort ist der Endpunkt eines Weges, der an den ehemaligen Lagern vorbeiführt. Auf Informationstafeln wird die Behandlung dieser Frauen, Männer und Kinder während der Nazidiktatur beschrieben.
Obwohl die Zwangsarbeiterbaracken direkt vor den Fenstern der deutschen Bevölkerung lagen und die Fremden auf ihren täglichen Arbeitswegen durch Städte und Dörfer ebenso unübersehbar waren, wie auf den Feldern und in den Fabriken, wurden die Verbrechen an den Zwangsarbeiter/innen durch die Öffentlichkeit lange Zeit nicht thematisiert.
Sehr emotional berichteten die Zwangsarbeiter/innen über ihren Beziehung zur Stadt Schweinfurt und viele der Schweinfurter/innen, hörten ihnen berührt zu. In einer Botschaft an die Anwesenden, verlesen durch seinen Schwiegersohn, fragt der ehemalige französische Zwangsarbeiter Louis Beilvert: „Wie können Menschen anderen Menschen so etwas antun?“
Dieser Gedenkort mit dem in Stein gehauenen ersten Satz unseres Grundgesetzes „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ wird Warnung und Mahnung zugleich sein wird, nie wieder zuzulassen, dass sich Menschen über Menschen erheben, dass Intoleranz und Rassismus sich wieder breit macht.