Unternehmerverband ausgetreten ist, die Belegschaft zu erpressen: Entweder sollten die Stahlwerker ihre wöchentliche Arbeitszeit erhöhen auf 48 Stunden wöchentlich ohne Lohnausgleich – das sind Einkommensverluste von mehr als 30 Prozent! Schon 40 Stunden sind bei dieser schweren Arbeit zuviel, darauf hat sich die Belegschaft vor einiger Zeit eingelassen.
Am 14.9.2009 haben die Mitglieder der IG Metall bei Lechstahl über den Antrag des AGV Stahl beraten. Rund 100 Mitglieder waren anwesend. Nach einer langen und regen Diskussion haben die Anwesenden entschieden. Die IG Metall hat den Auftrag bekommen, keine Verhandlungen aufzunehmen. Die Entscheidung war einstimmig. Die IG Metall wird den AGV Stahl über die Entscheidung informieren. Damit finden keine Tarifverhandlungen statt. Es bleibt abzuwarten, wie LSW auf das Votum der IG Metall Mitglieder reagiert.
LSW hat seit 1994 einen eigenen Haustarifvertrag. In diesem Haustarifvertrag wird der bayerische Manteltarifvertrag und der Lohn- und Gehaltstarifvertrag NRW Stahl anerkannt. In 2006 fand die erste Tarifauseinandersetzung um diesen Haustarifvertrag statt. Dieser Haustarifvertrag kann erstmals am 30.09.2009 zum 31.12.2009 gekündigt werden. In dem Tarifvertrag wird unter anderem den Beschäftigten eine Beschäftigungssicherung zugesichert.
Ob die Kündigung des bestehenden Tarifvertrag für Herrn eine Option ist, bleibt abzuwarten. Für diesen Fall ist die IG Metall vorbereitet. Vorsichtshalber wurde auf der Mitgliederversammlung eine Tarifkommission gewählt. Sie. Des weiteren sind verschiedene Aktionen besprochen worden. Die Belegschaft hatte eine hohe Loyalität zum Unternehmen und zu Herrn Aicher. Dies wurde durch sein Vorpreschen zerstört.
Klaus Ernst, Spitzenkandidat der LINKEN in Bayern, hat den Beschäftigten ein Solidaritätsschreiben geschickt. Die LINKE wünscht allen Beschäftigten bei der LSW in Meitingen viel Erfolg bei der Durchsetzung ihrer so berechtigten Forderungen!
Solidaritätsschreiben von Klaus an den Betriebsrat der Lech-Stahlwerke GmbH, Meitingen
Solidarität mit den Beschäftigten gegen Arbeitszeitverlängerung und Lohnkürzung
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
mit Empörung habe ich von der Kampfansage von Herrn Aicher, dem Hauptgesellschafter der LSW, gelesen. Ich stimme Euch zu: Sein Vorschlag, die wöchentliche Arbeitszeit auf
48 Stunden zu verlängern, ist unzumutbar bei Eurer schweren Arbeit als Stahlkocher. Die Empörung aller Kollegen teile ich als Gewerkschafter und als Spitzenkandidat der LINKEN in Bayern voll und ganz. Auch seine Pläne, Euch sonst völlig zu Recht bestehende Erschwerniszulage und die Tariferhöhung von 2% durch Kündigung des Vertrages zu streichen, können nur zurückgewiesen werden.Der Multimillionär Max Aicher hat schon früher von sich reden gemacht durch Austritt aus dem Bayerischen Unternehmerverband und so ja auch schon leider eine Arbeitszeit-verlängerung erreicht. Mit seinem jetzigen erpresserischen Vorstoß entpuppt er sich als ein Kapitalist wie im 19. Jahrhundert. Ich habe eigentlich geglaubt, dass in Deutschland ein so schamloser Angriff auf die Arbeitszeit und den Lohn von schwer arbeitenden Menschen der Vergangenheit angehört.
Wir, die LINKE, treten für eine gesetzlich garantierte Obergrenze von 40 Stunden Wochenarbeitszeit ein und unterstützen gewerkschaftliche und betriebliche Initiativen zur Arbeitszeitverkürzung. Ich persönlich wünsche Euch viel Erfolg im Zurückweisen dieser Kampfansage von Max Aicher und möchte hiermit allen Kolleginnen und Kollegen meine Solidarität ausdrücken.
Wenn ich noch etwas für Euer Anliegen tun kann, so teilt es mir bitte mit.
Herzliche und solidarische Grüße
Klaus Ernst