Rund 100 Beschäftigte der Traditionsmolkerei CEMA – heute Allgäuland – in Augsburg protestierten am Freitag gegen die Schließung der Molkerei und gegen das Verhalten von Werksleitung und Geschäftsführung im Vorfeld dessen.
Klaus Ernst, Erster Bevollmächtigter der IG Metall in Schweinfurt und stellvertretender Vorsitzender der Linksfraktion im Deutschen Bundestag, drückte seine Solidarität mit dem Protest der Beschäftigten aus. „Warum ist es eigentlich so, dass wir unseren Job verlieren, we
nn die Manager falsche Entscheidungen treffen und ihren Job nicht machen?“ fragt er die Kolleginnen und Kollegen unter auftosendem Applaus. Zeit, dass Betriebsräte mehr Mitbestimmung in unternehmerischen und wirtschaftlichen Fragen erhalten. „Außerdem kann es nicht sein, dass Leute wie ihr, die 30 oder 40 Jahre hart geschafft haben, mit einem Arschtritt fliegen und nach einem Jahr im Hartz-System landen. Da muss sich was ändern.“
Bei der vorher stattfindenden Betriebsversammlung fand es die Geschäftsführung nicht nötig, die Kolleginnen und Kollegen über ihre Planungen hinsichtlich eines Sozialplans und des weiteren Umgangs im Vorfeld der Werksschließung zu informieren. „Ein solches Verhalten ist ein Skandal.“ so Tim Lubecki, Gewerkschaftssekretär der NGG in Schwaben. „Deren Job ist es, sich darüber Gedanken zu machen, wie es weiter geht. Und diesen Job haben sie miserabel erfüllt.“