17. Juli 2010

Eine Region steht auf – Klaus Ernst kämpft für Jobs in Peiting

Im Oberland (Bayern) haben in den letzten Jahren Hunderte von Menschen ihren Job durch Betriebsschließungen oder –verlagerung verloren. Die Zerstörung der Unternehmen ist für so genannte „Heuschrecken“ aufgrund der Gesetzeslage immer noch ein lukratives Geschäft. Weitgehend unbemerkt von der breiten Öffentlichkeit werden Arbeitsplätze in Regionen mit geringen Löhnen verlagert.

So auch im Falle der Firma Zarges in Peiting - ein Werk, das schwarze Zahlen schreibt. 140 Menschen und ihre Familien sollen ihre Arbeitsplätze verlieren. Unter dem Motto „Eine Region steht auf“ haben die Peitinger beschlossen, sich die profitorientierten Spielchen ihrer Manager nicht weiter gefallen zu lassen. Ca. 1.000 Menschen demonstrierten deshalb am 17. Juli in Peiting mit Musikern, Blaskapelle, Orchester und allerhand kreativen Aktionen.

Auf den Appell des SPD-Landrats Zeller, sich im Ton zu mäßigen und höflich zu bleiben, reagierten die Demonstranten mit Pfiffen. Auch die Betriebsräte der betroffenen Firmen aus der Region meinten übereinstimmend, dass man es satt habe, sich höfliche Floskeln anzuhören, wenn Entlassungen gemeint sind.  „Gemeinsam gehen wir durch die Krise“ habe der Zarges-Geschäftsführer Haberstroh den Arbeitern bei Zarges versprochen. Heute wisse er nichts mehr davon - so Werner Bäumler, Betriebsrat der Firma Zarges. Der Musiker Sepp Raith reagierte in einer musikalischen Einlage über „schöne Floskeln“, die uns den neoliberalen Heilsweg immer noch schmackhaft machen sollen.

Klaus Ernst erhielt für seine Rede den meisten Applaus. Die Gehälter der Arbeitnehmer würden ständig mit denen der Arbeitnehmer in Polen, Ungarn oder anderen Billiglohnländern verglichen. Die Manager würden sich selbst immer nur mit Managern aus den USA und Großbritannien vergleichen und darüber jammern, dass sie angeblich zu wenig bekämen. „Wir können auch anders. Dann holen wir uns eben einen Manager aus Polen.“

Die Blaskapelle Wonder Bras spielte darauf hin „Die Internationale“ und angeführt vom Peitinger Trommlerzug bewegte sich der Demonstrationszug Richtung Zechenschenke, wo bei einem Bier noch lange gefeiert und über weitere Protest-Aktionen diskutiert wurde.