Die Entwürfe zum Koalitionsvertrag von Union und FDP lesen sich streckenweise, als ob sie im Haus der deutschen Wirtschaft geschrieben worden ist. Abschaffung vorhandener Branchen-Mindestlöhne – die Pflegeversicherung soll stärker privat und kapitalgedeckt werden – erleichterte Ketten-Befristungen. Die künftige Regierung erledigt Auftragsarbeit für die Wirtschaftsverbände. Mehr Netto vom Brutto – das gilt bei Schwarz-Gelb offenbar nur für Unternehmer. Die Beschäftigten zahlen die Zeche für diesen Wahlbetrug.
Insbesondere die Einigung zu sittenwidrigen Löhnen ist eine Ermunterung zum Lohndumping - wer Löhne, die bis zu 30 Prozent unter dem Branchendurchschnitt liegen, für legal erklärt, verpasst den Menschen Hungerlöhne. Ein Beispiel: Die Tariflöhne für Friseure liegen im Osten zwischen drei und vier Euro pro Stunde. Nach den Vorstellungen von Schwarz-Gelb wären dann Löhne von zwei Euro pro Stunde legal. Das ist ein Skandal.
Wir dokumentieren das CDU/CSU/FDP-Abkommen sowie Statements der LINKEN, der IG Metall sowie der Gewerkschaft ver.di.
CDU/CSU/FDP: Der Koalitionsvertrag im Wortlaut [PDF]
DIE LINKE: Ausarbeitung zum Vertragswerk [PDF]
IG Metall: Nichts gelernt: Keine Konsequenzen aus der Krise! [PDF]