27. Juli 2011

Mehr als nur Fisch: Besuch des Rostocker Fracht- und Fischereihafens

Meine nächste Station auf meiner Sommertour führte mich am Mittwoch, den 27. Juli nach Rostock. Begleitetet wurde ich vom ehemaligen Umweltminister von Mecklenburg Vorpommern, Wolfgang Methling sowie den beiden Rostocker DirektkandidatInnen Ida Schillen und Carsten Penzlin.

Der Rostocker Fracht- und Fischereihafen hat Tradition: Vor gut 60 Jahren wurde hier mit dem industriellen Fischfang begonnen. Zu seinen besten Zeiten arbeiteten über 8000 Beschäftigte für das ehemalige Fischkombinat Rostock, das die gesamte Hochseefischerei der DDR betrieb. Nach der Wende war Schluss. Nach der regelrechten Filetierung des Kombinats, erfolgte auch bald die komplette Stilllegung des Fischereibetriebs an der Warnow. So erfuhr ich vom stellvertretenden Geschäftsführer Herrn Schulz, dass die Bezeichnung des Fischereihafens lediglich aus Marketinggründen noch beibehalten wird. Die Fische, die hier von anderen Fischereiunternehmen abgeladen werden, sind bereits zerlegt und bei minus 20 Grad tiefgefroren und werden lediglich auf ihrem Weitertransport gelagert. Neben Fisch wird im Hafen vor alle Holz aus Skandinavien und Osteuropa umgeschlagen.

Lediglich 61 Beschäftigte arbeiten direkt für die Rostocker Fracht- und Fischereihafen GmbH, erklärte mir die Betriebsratsvorsitzende Andrea Scheel. Und trotzdem: Auf dem riesigen Gelände herrscht ein reges Treiben. Das Unternehmen expandiert. Baut neue Hallen und Kräne. Gleichzeitig wird das Gelände von zahlreichen Kooperationspartnern des Fracht- und Fischereihafens genutzt. Aber auch Galerien, ein Ausbildungszentrums einer großen Rederei sowie ein Wissenschaftszentrum haben sich hier in den letzten Jahren angesiedelt.

Der Hafen lebt und schafft neue Arbeitsplätze. Gerade Für DIE LINKE muss es auch darum gehen, Umstrukturierungsprozesse, wie im Rostocker Fischereihafen zu begleiten und zu fördern. Denn gerade kleine und mittelständische Unternehmen bieten viel Potential für neue Produkte und vor allem schaffen sie neue Arbeitsplätze in einer Region, die sie dringend braucht.